Lycopodium (Bärlappsporen): Varianten + Einsatzmöglichkeiten

Was ist Lycopodium?

Lycopodium besteht aus den Sporen des Bärlapppflanze. Die Sporen kann man sich wie Mehl vorstellen, aber Lycopodium-Pulver hat eine größere Teilchenoberfläche und einen recht hohen ätherischen Gehalt. Es ist ein Naturprodukt, das an sich nicht entzündet werden kann, mit Luft verwirbelt aber eine schöne Flamme ergibt (z.B. aus der Hand rieseln lassen in eine Kerze).

Was ist der Unterschied zwischen leichtem und schwerem Lycopodium?

Dieser lässt sich auf den unterschiedlichen ätherischen Gehalt zurückführen. Die Sporen des schweren Lycopodiums haben einen höheren ätherische Gehalt, es ist daher dichter und hat auf das selbe Gewicht verteilt deutlich weniger Volumen (ca. 50 %), brennt dafür aber heftiger ab. Welches Lyco für den eigenen Einsatzzweck benutzt wird, muss getestet werden. Für Spezialeffekte mit Düsen geht meist eher das leichte, für Feuerspieler (Lycofackeln-Effekt) gehen beide einwandfrei und es kommt auf den Preis an - der variiert auch bzgl. leichtem und schwerem Lyco (pro Gewicht gerechnet).

Wie genau wird das Lycopodium geerntet? 

Die Pfanze selbst ist nicht groß, max. 20 cm vom Boden aus. Sie wird gesammelt, dann werden die Pflanzen getrocknet, damit sie die Sporen abgeben. Wenn man sich die Fotos der Pflanzen anschaut, kann man erahnen, was für eine unglaubliche Menge gesammelt werden muss, um überhaupt 1 kg der Sporen zu gewinnen.

Warum ist Lycopodium so teuer geworden?

Dies hängt direkt mit der aufwendigen Ernte zusammen. Die Preise haben schon immer geschwankt wegen der Wetterbedingungen zur Erntezeit. Die starken Preissteigerungen der letzten Jahre kamen zustande, weil sehr viele chinesische Wanderarbeiter nicht mehr bereit waren, für den geringen Lohn wochenlang schwer zu arbeiten. Dadurch war der Ertrag geringer und die Preise stiegen. Das ist durchaus verständlich.

Worauf muss ich beim Einkauf von Lycopodium achten?

  • Lycopodium Art (leicht, schwer, gemischt)
  • Gutes Lycopodium klumpt nicht, sondern rieselt.
  • Ist es 100 % Lycopodium? Es gibt auch diverse Streckmittel, manche sind trotzdem brennbar (z.B. Korkmehl), andere nicht.

Wie genau wird Lycopodium eingesetzt?

Einsatzmöglichkeiten von Lycopodium:

  • Lyco aus der Hand über die Kerze halten und herunterrieseln lassen (bitte dabei rechtzeitig die Hand wegziehen!) oder aus einem Salzstreuer in die Kerze streuen.
  • Lyco in eine Flasche oder ein hohles Rohr an einer Fackel füllen (Durchmesser ca. 20 cm - 1 € Münzen groß, je nach gewünschter Flammengröße). Dochtband so tränken, dass das Lyco nicht mit dem Fluid in Berührung kommt wegen Verklumpungsgefahr. Jetzt durch Fliehkraft Lyco aus dem Rohr in die Flamme schleudern (Kreise ziehen mit der Fackel). Achtung: Teilweise recht heftige Flammen!
  • Feuer spucken mit Lycopodium statt Fluid. Es Bedarf etwas Übung (mehr ein Aushauchen und Verwirbeln als Spucken) und es ist sicherlich sehr gewohnheitsbedürftig (Stichwort Mehl im Mund...), aber es gibt fitte Künstler, die so wirklich beeindruckend große Flammen erzeugen.
  • Feuerspucken "light": Lyco in Drachenzungen füllen, damit knapp über Fackel spucken
  • Lyco in Dose mit Spanndeckel oben drauf füllen. Deckel oben mit mehreren Löchern versehen. Seitlich ein Rohr in die Dose mit 90 Grad Winkel nach unten, so dass es vor dem Boden endet. Über das Rohr Pressluft hinein lassen, so dass das Lyco (ca. 2/3 gefüllt) in der Dose verwirbelt und das Gemisch durch die Löcher nach oben austritt. Außen eine Zündflamme befestigen, die den Druck aushält. Achtung: So sind leicht meterhohe Flammen umsetzbar!

Dies sind alles nur erste Infos. Bitte jeweils mit erfahrenen Feuerkünstlern und unter geeigneten Bedingungen ausprobieren (Löschmaterial, geeignete Kleidung etc.)!