Vergleich Feuerpoi - welche Poi für wen?

Feuerpoi Unterschiede:

Feuerpoi gibt es in verschiedensten Ausführungen mit unterschiedlichem Ausgangsmaterial (Dochtband oder Dochtseil), diversen Knotentechniken (Dochtseil) bzw. Wickeltechniken (Dochtband) und nicht zuletzt Flammengröße und Brenndauer. Wir zeigen euch hier alle gängigen Modelle auf, inkl. Vor- und Nachteilen und geben Tipps, welche Poi für welchen Poispieler geeignet sind.

Poi-Heads (Dochte):

Feuerpoi haben brennbare Köpfe (Heads) aus Aramid an einer Kette (meist verschweißte Gliederkette oder verschweißte Panzerkette, auch verbreitet aber unsicher ist die Kugelkette), die an Fingerschlaufen oder anderen Griffmöglichkeiten (Kugelgriff, Handles etc.) enden. Oft sind noch kugelgelagerte Wirbel dazwischen, um ein Eindrehen der Kette zu verhindern.

Prinzipielle Aussagen über Poi-Heads:

  • Je mehr Fluid aufgenommen werden kann, desto länger brennt der Poihead.
  • Je mehr Aramid an der Außenfläche des Heads ist, desto größer ist die Flamme (bedeutet, dass die Brenndauer entsprechend wieder sinkt, da mehr Fluid verbraucht wird).
  • Je homogener die Oberfläche ist, desto gleichmäßiger brennt das Fluid ab und desto länger können die Poi genutzt werden.
  • Dochtband ist prinzipiell langlebiger als Dochtseil, weil es beim Seil einen inneren Kern mit den sicherheitstechnisch relevanten Fäden gibt, der bei drohender Beschädigung nicht mehr gespielt werden kann. Bei Dochtband sind die sicherheitsmäßig relevanten Fäden auf eine größere Fläche verteilt, so dass auch bei einzelner Beschädigung weiter sicher gespielt werden kann.

Poi-Heads Erfahrungsberichte:

Am Anfang waren die Tube Poi sehr verbreitet (früher noch Aramid Dochtband auf ein Stück Aluminium geschraubt). Sie sind inzwischen wieder stark im Kommen als weiter entwickeltes sog. Coreless Modell. Tube Poi waren typische Anfänger-Feuerpoi (wenig Dochtband, kleine Flamme, kurze Brenndauer), dies hat sich aber inzwischen mit den Coreless Poi komplett gewandelt. Coreless Poi können bzgl. Brenndauer, Flammengröße und Robustheit locker mithalten mit anderen Poi-Modellen. Bei ihnen ist zudem das Dochtband direkt an der innenliegenden Gliederkette sicher fixiert, so dass kein extra Metall mehr benötigt wird. Dann kamen die Monkeyfists, eine spezielle Knotentechnik mit Dochtseil. Sie sind auch jetzt noch sehr verbreitet wegen ihrer schönen Optik und Flammenform. Die Grundidee der Monkeys wurde weitergeführt zu diversen neuen Knotenpoi, teilweise mit Fokus auf möglichst viel Oberfläche (= hohe Flammengröße, aber auch weniger langlebig). Inzwischen geht der Trend zu einem Kompromiss aus Flammengröße, Brenndauer, Langlebigkeit und zu neuen deutlich sichereren Befestigungstechniken im Knoten (= Kette wird nicht nur oben sondern auch innen am Knoten fixiert). Einige sehr gute Innovationen kamen unserer Ansicht nach von Sven von perfectpoi.


Gängige Poi-Heads:

Coreless Poi:

Dochtband straff gewickelt und mit Schrauben an der innen liegenden Gliederkette sicher fixiert und gekontert

Vorteile:

  • Durch die immense Auswahl an Dochtband-Breiten sind Coreless Poi in allen Varianten möglich, von klein für Anfänger bis XXL mit fast schon zu großer Flamme.
  • Ideale Ausgangsbasis für gute Kombinationen aus Flammengröße (Breite des Dochtbandes), Brenndauer (Dicke der Wicklung) und Langlebigkeit (Dochtband statt Dochtseil, sehr homogene Oberfläche)
  • Sehr sicher durch mehrfache innere Fixierung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da wenig Arbeit nötig

Nachteile:

  • Außenliegende Köpfe der Schrauben am Poi-Head, dadurch Branding-Gefahr bei wenigen Moves mit direktem Hautkontakt zu den Poiheads (z.B. Wraps).

Zielgruppe:

Anfänger bis Profi, wer auf gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achtet und auf spezielle Moves wie Wraps verzichten kann oder dafür einen Schutz trägt.


Monkey Fist Poi:

Alter Seemannsknoten (Affenfaust) zum Werfen von Seilen z.B. beim Anlegen

Vorteile:

  • diverse Varianten möglich durch verschiedene Durchmesser sowie Knotentechniken ( z.B. 3- oder 4-gliedrige Monkeyfists)

  • relativ langlebig trotz Sollbruchstelle (Ausgang der Kette oben aus dem Head)

  • kein Metall am Head

  • sichere Variante möglich, mit zusätzlichem kleinen, innen liegenden Monkeyfist aus demselben Seil

Nachteile:

  • etwas teurer, da ziemlich viel Arbeit

Diverse Knoten-Poi:

(bezogen auf gute moderne Knotenpoi mit sinnvollem Kompromiss bzgl. Größe, Dauer und Langlebigkeit)

Vorteile:

  • durch diverse Seile sowie Knotentechniken alle Varianten möglich

  • kein Metall am Head

  • sichere Variante mit zweiter innenliegender Fixierung des Seils an der Kette möglich

  • bei sorgfältiger Bauweise durchaus langlebig und robust

Nachteile:

  • etwas teurer, da ziemlich viel Arbeit

Zopfpoi, Snakepoi:

Eine Sonderform aus Dochtseil (diverse Durchmesser), eingliedrig oder mehrere Seile als Zopf geflochten. Deutlich länger von der Form her, dadurch große Flammen und "Scheibeneffekt" oder "Angel-Wings-Effekt" möglich (= Blaufärbung der Flamme durch Bewegung). Kein direkter sinnvoller Vergleich zu den oberen Poi möglich: Diese Poi sind eher als Effekt in Shows einsetzbar, große Flammen, kurze Brenndauer, nicht alle Moves spielbar, aber sie kommen sehr gut beim Publikum an.